Entwicklung der Natur und des Menschen
Was heißt Entwicklung?
Als neuzeitliche Menschen waren wir lange Zeit gewohnt, uns selbst und die Welt in einer stetigen Entwicklung zum Besseren zu sehen: wissenschaftlich-technischer Fortschritt versprach uns immer bessere Gesundheit, längeres Leben und bessere Bedingungen auf unserem Planeten. Erst in den letzten Jahrzehnten haben sich pessimistische Töne in dieses Zukunftsbild gemischt, die von Grenzen des Wachstums, der zunehmenden Zerstörung unseres Planeten durch Plünderung der Ressourcen, Atomkraft, Umweltverschmutzung und Artensterben, den Gefahren durch neue Krankheiten wie AIDS, neuen politischen Ideologien wie dem Islamismus, und anderen Gefahren warnen.
Es scheint jedoch eine klare Tendenz der Entwicklung zu geben, die von einfachen Formen zu immer komplexeren Strukturen und tieferer Integration hin geht. Wir können dies auf der Ebene der mineralischen Welt genau so beobachten wie auf der Ebene der Pflanzen, der Tiere und der Menschen. In jedem dieser Bereiche haben Forscher, die sich auf verschiedenen Gebieten mit Entwicklung beschäftigen, diese Tendenz nachgewiesen und im Detail dargestellt: Jean-Baptiste de Lamarck und Charles Darwin haben mit ihren Arbeiten zwei konkurrierende Entwicklungstheorien vorgelegt, im Mineralreich waren es Dimitri Mendelejew und Lothar Meyer mit der Entwicklung des Periodensystems, im Pflanzenreich gibt es an morphologischen Kriterien orientierte Entwicklung-Systematiken z. B. von Cronquist, oder DNA-basierte wie APG (Angiosperm Phylogenie Group), in der menschlichen Entwicklung haben Forscher wie Piaget, Gebser, Graves, Cook-Greuter und andere Stufen der individuellen und kulturellen und spirituellen menschlichen Entwicklung beschrieben. Ken Wilber hat viele dieser Entwicklungsreihen zueinander in Beziehung gesetzt und in sein System eingearbeitet. Einen groben Überblick gibt die nachstehende Abbildung.
Abbildung 1: Der grobstoffliche Körper-Geist
Der Beitrag der Homöopathie
Die Homöopathie erforscht seit über 200 Jahren die Wirkung von Arzneimitteln, die aus Substanzen oder Energien aus allen Naturreichen (Mineralien, Pflanzen, Tieren, Imponderabilien) hergestellt werden auf den Menschen, und zwar sowohl was den inneren Zustand - den linken oberen Quadranten – als auch die körperlichen Veränderungen – den rechten oberen Quadranten – anbelangt. Auch Informationen aus den unteren beiden Quadranten fließen in geringerem Ausmaß in die Forschung ein.
Das heißt, es gibt mittlerweile einen sehr großen Erfahrungsschatz an Wissen, welche Arzneimittel aus welchen Naturreichen für welche Patienten geeignet sind. Ich sage hier bewusst, „für welche Patienten“, denn die Diagnostik der Homöopathie stellt nicht die auf äußere Beobachtung gegründete Krankheitsdiagnose wie die Schulmedizin in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen, sondern das Erfassen des Menschen, der erkrankt ist und zwar nach:
- innerliche Veränderungen (LO)
- Lebensthemen, Entwicklungsschwerpunkte
- wiederkehrende Empfindungen
- individuell gefärbte Wahrnehmungen der Realität
- Gefühle
- äußerlich beobachtbare körperliche Veränderungen (RO)
Diese Liste stellt auch eine Hierarchie der Wichtigkeit der Informationen dar, wobei - umgekehrt zur naturwissenschaftlichen Diagnostik - nicht den körperlichen Veränderungen, sondern den inneren Bewusstseinszuständen, wiederkehrenden Empfindungen und Entwicklungsschwerpunkten des betreffenden Menschen die größte Bedeutung beigemessen wird.
Da die Homöopathie einen Schwerpunkt meiner Tätigkeit bildet, werde ich mich in meiner Darstellung der menschlichen Entwicklung auf diese Arbeiten beziehen, ohne die Arbeiten anderer Forscher auf diesem Gebiet aus dem Auge zu verlieren. Ein weiterer Grund, warum ich dies tue, ist die Faszination, die darin liegt, dass scheinbar nur materielle Substanzen, wie die Mineralien, Pflanzen oder Tiere eine spezifische Befindensveränderung bei Menschen auslösen können und zu bestimmten Entwicklungsstadien eine spezielle Beziehung haben sollen.
Das Periodensystem der Elemente als Landkarte der menschlichen Entwicklung
Abbildung 2: Das Periodensystem der Elemente
Das Periodensystem der Elemente ordnet diese nach der Kernladungszahl. Elemente mit ähnlichen Eigenschaften stehen untereinander.
Abbildung 3: Periodensystem - Elektronenschalen und Elektronen
In der Abbildung 3 sind die Elemente der ersten drei Reihen mit ihren Elektronen und Elektronenschalen dargestellt. Die Anzahl der Elektronen nimmt in jeder Reihe von links nach rechts zu. Bei den Edelgasen der Reihe 8 ist die äußerste Elektronenschale vollständig aufgefühllt, sie sind deshalb sehr reaktionsträge und gehen kaum Verbindungen mit anderen Elementen ein. Alle anderen Elemente können Elektronen aufnehmen oder abgeben und so leichter Verbindungen mit anderen Elementen eingehen, um ihre Elektronenschalen zu vervollständigen.
Abbildung 4: Periodensystem - Elektronen und Elektronenschalen
Abbildung 4 zeigt die ersten beiden Spalten des Periodensystems. Sie sehen, dass jede Reihe über eine Elektronenschale mehr verfügt, und dass jede neue Schale ihre Vorgänger umschließt wie in einer holarchischen Struktur. Gleichzeitig nimmt die Kernladung, das heißt, die Anzahl der Protonen, zu, und zwar um die Zahl der hinzugekommenen Elektronen. Der Atomkern kann jeweils die gleiche Anzahl an Elektronen an sich binden, wie er Protonen in seinem Kern verfügt. Am Ende jeder Reihe ist die äußerste Schale jeweils mit 8 Elektronen vollständig besetzt.
Homöopathische Forschung hat in den letzten 200 Jahren Arzneimittelbilder zu Tage gebracht, die sich unabhängig von der naturwissenschaftlichen Forschung durch Arzneimittelprüfungen und praktische Erfahrungen an Patienten entwickelt haben. Homöopathen wie Scholten, Sankaran, Yakir, S. und B. Joshi haben viel zu einer Systematisierung dieser Forschungen beigetragen und erstaunliche Parallelitäten zwischen den traditionellen Arzneimittelbildern und der Stellung der jeweiligen Substanzen in den Entwicklungsreihen der Elemente, Pflanzen und Tiere gefunden, und konnten so eine allgemeine Entwicklungsreihe des Menschen beschreiben, die parallel zu den Entwicklungsreihen der Mineralien, Tiere und Pflanzen verläuft.
Die Entwicklungsthemen der Reihen des Periodensystems
Ich werde im Folgenden die Entwicklung des Menschen anhand des Periodensystems der Elemente beschreiben und beziehe mich dabei auf die zuvor genannten Forscher. Um die homöopathische Forschung besser mit dem Periodensystem in Einklang bringen zu können, wurden dabei die Elemente Borum, Kohlenstoff, Aluminium und Silicium von ihrer Stellung am rechten Rand nach links und in die Mitte verschoben. Dadurch können allgemeine Gesichtspunkte der Entwicklung besser dargestellt werden. Diese Modifikation stammt von Jan Scholten.
Abbildung 5: Das Periodensystem der Elemente in homöopathisch modifizierter Anordnung
- 1. Reihe: Wasserstoff (H) bis Helium (He): Zeugung; Existenz: existiere ich überhaupt?
- 2. Reihe: Lithium (Li) bis Neon (Ne): vorgeburtliches Leben: Entwicklung einer körperlichen Identität.
- 3. Reihe: Säuglingsalter bis Pubertät: Natrium (Na) bis Argon (Ar): Beziehung zur nährenden Umgebung (Mutter) und die Lösung von ihr; Entwicklung eines Selbstbildes, einer eigenen Meinung und Person.
- 4. Reihe: Kalium (K) bis Krypton (Kr): Adoleszenz bis Erwachsenenalter: Arbeit und Beruf, Abgrenzung, Verteidigung; Entwicklung der Fähigkeit, eine Aufgabe in der Gesellschaft zu erfüllen.
- 5. Reihe: Rubidium (Rb) bis Xenon (Xe): Ideen, Neues, Kunst, Entwicklung der eigenen Kreativität und Fähigkeit, neue Lösungen zu finden.
- 6. Reihe: Caesium (Cs) bis Radon (Rn): Macht und Verantwortung: Entwicklung der Fähigkeit, für sich und andere die Verantwortung in einem System zu übernehmen.
- 7. Reihe: Francium (Fr) bis Lawrencium (Lw): Radioaktivität bringt Zerfall und Rückkehr zum Anfang.
Sie sehen, dass die Entwicklung innerhalb der ersten vier Reihen praktisch jeden Menschen betreffen: Existenz (Reihe 1) körperliche Identität und Integrität (Reihe 2), die Fähigkeit, sich zu ernähren, Beziehungen einzugehen und wieder zu lösen (Reihe 3) sowie die Fähigkeit, mit den Regeln und Normen der Gesellschaft zurecht zu kommen und einer Erwerbsarbeit nachzugehen (Reihe 4) muss praktisch jeder entwickeln. Die Fähigkeiten der Reihen 5 und 6, also zu kreativer Neuschöpfung (Reihe 5) oder zur Verantwortungsübernahme an leitender Stelle in einer Firma oder Institution (Reihe 6), wird nicht jeder Mensch entwickeln. Die Entwicklungen der 7. Reihe stellen seltene Ausnahmen dar.
Die Entwicklung innerhalb der Themen-Reihen
Wir finden in jeder Reihe das Verlangen nach Vollständigkeit. Dieses Verlangen nach Vollständigkeit hat seine materielle Entsprechung in der Vollständigkeit der Elektronenschalen. Die Elemente links der Mitte geben leichter Elektronen ab, die Elemente in der Mitte können sowohl Elektronen abgeben wie auch aufnehmen, jene rechts der Mitte nehmen leichter Elektronen auf als dass sie welche abgeben. Die Elemente in der Spalte 18, die Edelgase, haben voll aufgefüllte Elektronenschalen und geben weder Elektronen ab noch nehmen sie welche auf. Sie sind deshalb sehr reaktionsträge. Sie stellen ein Übergangsstadium dar: einerseits die Vollständigkeit einer Reihe und die Zufriedenheit mit der Bewältigung einer Entwicklungsaufgabe, andererseits das vollkommene Unvermögen in Bezug auf die nächstfolgende Entwicklungsaufgabe.
Es geht also in jeder Reihe um die Vervollständigung der eigenen Fähigkeiten: von links nach rechts bis zur Mitte des Periodensystems nehmen die Fähigkeiten bezüglich einer Aufgabe immer mehr zu. In der Mitte können diese Fähigkeiten mit Leichtigkeit genutzt werden. Rechts der Mitte werden sie immer mehr verloren bzw. kommt es zu einer Trennung und Ablösung von der entsprechenden Entwicklungsaufgabe.
- Sie sehen, dass die erste Reihe mit Wasserstoff und Helium nur zwei Elemente besitzt. Dementsprechend gering sind hier die Entwicklungsmöglichkeiten: Existenz oder Nichtexistenz, Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage. Bin ich noch eins mit dem Universum oder bin ich ein eigenes Wesen?
- In der zweiten Reihe finden wir 8 Elemente. Es geht um die Entwicklung nach der Zeugung über das intrauterine Leben und den Geburtsvorgang selbst, bis zur Abnabelung nach der Geburt. Es geht um die Herausbildung einer eigenen körperlichen Identität, um körperliche Grenzen und basale Funktionen.
- Lithium und
- Beryllium denken noch nicht an Trennung, sie brauchen den Schutz, die Hülle der Gebärmutter (oder einer anderen, sie versorgenden Umgebung).
- Bei Borum beginnt die Absenkung in Richtung des Geburtskanals mit den entsprechenden Ängsten vor dem Verlust der schützenden Hülle.
- Kohlenstoff weiß, dass es keinen Weg zurück gibt, aber er reagiert noch nicht auf die beginnende Enge in der Gebärmutter.
- Stickstoff erfährt die Bedrohung, die Enge und die Unterbindung der Versorgung mit Sauerstoff, das Erstickungsgefühl im Geburtskanal.
- Sauerstoff nimmt den ersten Atemzug und Schrei nach der Geburt, Freiheit einerseits, Verlust der Hülle andererseits, er fühlt ausgestoßen und verlassen.
- Im Entwicklungsstadium von Fluor muss die letzte noch verbleibende Verbindung, die Nabelschnur, durchtrennt werden. Es beginnt die eigene unabhängige Existenz in einem eigenen abgegrenzten Körper.
- Die dritte Reihe besteht ebenfalls aus 8 Elementen. Das Thema dieser Reihe ist die Beziehung zu einer nährenden Bezugsperson und die Fähigkeit, selbst eine solche nährende Funktion auszuführen. Es geht um die Entwicklung eines eigenen Selbstbildes, einer Persona mit eigener Identität und eigener Wahlmöglichkeit und dem Behaupten dieser Person auch gegenüber anderen Menschen.
- Natrium hat noch keine eigene Identität, es ist wie der neugeborene Säugling, der keine andere Wahl hat, als sich von der Mutter versorgen zu lassen.
- Mit Magnesium beginnt ein leises Aufkeimen von Identität und Eigenwille, doch muss dieser unterdrückt werden, um nicht in Konflikt mit der übermächtigen versorgenden Person zu kommen.
- Bei Aluminium wird dieser Eigenwille, dieses Selbstbewusstsein schon größer, es ist verwirrt über sich selbst. Bin ich nun ich selbst oder bin ich die andere Person? Folge ich meinen eigenen Impulsen oder folge ich den Vorgaben anderer?
- Bei Silizium ist das eigenen Selbstbild eine fixe Größe, die aber noch nicht so stark ist, dass sie flexibel in der Begegnung mit anderen bestehen kann.
- Phosphor sucht die Herausforderung des Eigenen durch die Begegnung mit dem Anderen. Interesse und Neugierde an der Andersartigkeit des Anderen führen zu Kontaktfreudigkeit und Offenheit.
- Bei Sulfur ist das eigene Ich so groß geworden, dass es sich anderen überlegen fühlt. Dadurch wird aber auch wirkliche Beziehung zu anderen erschwert.
- Chlor löst sich gänzlich von der Beziehung zu anderen ab, es empfindet sie als beengend und einschränkend für das eigene Ich, wenn es sich nicht in der Rolle des Gebenden und Nährenden findet.
Die Entwicklung des Selbstbildes und der Beziehungsfähigkeit ist somit von der vollkommenen Bedürftigkeit und Abhängigkeit von der nährenden Mutter bei Natrium bis zur Trennung von versorgenden Beziehungen und der Fähigkeit, selbst nährende Mutter zu sein, fortgeschritten. Das Edelgas Argon nimmt, wie gesagt, wie alle Edelgase, eine Zwischenstellung zwischen den Reihen ein.
- In der 4. Reihe wird die Fähigkeit zu gleichberechtigten Beziehungen, zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung in einer Umwelt, die Leistung fordert, erlernt. Es geht um das Ausüben eines Handwerks, eines Berufs, um das Erfüllen von Aufgaben, die als solche gegeben sind. Die Reihen 4 und 5 haben 18 Elemente. Dementsprechend gibt es hier viel feinere Abstufungen in der Entwicklung, auf die ich in diesem Rahmen nur stichwortartig eingehen kann.
- Stadium 1: Unfähigkeit bezüglich der Aufgabe: Für Kalium, das ersten Element dieser Gruppe, deutet sich das Thema dieser Reihe nur an. Es besteht noch vollkommene Abhängigkeit von der Familie für die Themen dieser Reihe: Gründung einer eigenen, unabhängigen beruflichen Existenz.
- Stadium 2: Abhängigkeit von Unterstützung: Für Calcium ist die Herausforderung, für die eigene Sicherheit zu sorgen, nur in einer Umgebung bewältigbar, in der jederzeit auf Hilfe und Unterstützung zurückgegriffen werden kann.
- Stadium 3: Schwanken bezüglich der Richtung: Scandium weiß nicht wirklich, welchen Beruf es ergreifen soll, wohin es seine Energien lenken soll.
- Stadium 4: Entschluss und Beginn: Titanium Beginnt mit der Ausübung eines Berufs, mit einer Arbeit, damit, sich einen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.
- Stadium 5: Zweifel: Vanadium Zweifel an seiner Entscheidung: habe ich den richtigen Beruf gewählt? Habe ich das Richtige begonnen?
- Stadium 6: Sich der Herausforderung stellen: Chrom muss sich beweisen: schafft er es oder schafft er es nicht. Steht unter Beobachtung, will besser dastehen, als er ist.
- Stadium 7: Sich verbessern: Mangan hat gesehen, dass er es grundsätzlich kann, möchte sich aber verbessern: möchte durch Rückmeldung und positive Kritik wachsen.
- Stadium 8: Durchsetzen, durchhalten: Ferrum erlebt Widerstände, gegen die er sich durchsetzen und behaupten muss, ist sich seiner Sache aber recht sicher. Er muss nur durchhalten, es durchkämpfen.
- Stadium 9: Letzte Unsicherheiten: Cobalt hat Angst davor, noch kurz vor dem Ziel zu scheitern. Habe ich wohl alles bedacht?
- Stadium 10: Erfüllung und Höhepunkt: Nicculum Ist sich seiner Sache sicher. Er weiß, dass er es kann und verhält sich auch so, dass es die anderen wissen.
- Stadium 11: Oben bleiben: Kupfer Möchte an der Spitze bleiben, der Beste in seinem Beruf bleiben. Er wird aber sporadisch in Frage gestellt und kann sich behaupten.
- Stadium 12: unter Dauerbeschuss: Zincum fühlt seine Stellung dauernd bedroht, glaubt, sich immer verteidigen zu müssen und kann die Stellung gerade noch halten.
- Stadium 13: Die Stellung wird fallen: Gallium Denkt mit Nostalgie an vergangene Größe zurück und weiß, dass er sie nicht halten kann. Es ist nur mehr eine Frag der Zeit, bis der Verlust der Stellung eintritt.
- Stadium 14: Der Schaden ist eingetreten: Germanium hat den Verlust seiner Stellung bereits erlebt. Ist der Verlust endgültig? Kann das Verlorene zurückgewonnen werden?
- Stadium 15: Verlust: Arsen hat Angst, dass ihm immer mehr genommen wird. Es besteht keine Hoffnung mehr, den Schaden wieder vollständig auszugleichen. Kann wenigstens noch ein Teil gerettet werden oder geht immer mehr verloren?
- Stadium 16: Erinnerung: Selen kann sich nur mehr an das, was er nicht mehr hat, erinnern. Alles, was früher funktioniert hat, ist ihm genommen worden.
- Stadium 17: Abschied: Brom erlebt jede Pflicht, jede Aufgabe, die ihm gestellt wird, als eine Beengung und Einschränkung. Gleichzeitig hat er ein schlechtes Gewissen, weil er sich aus dieser Welt des Berufs und der Pflichten verabschiedet hat.
- Stadium 18: Ausruhen Krypton ist als Edelgas gesättigt von der der abgeschlossenen Entwicklungsstufe und hat noch nicht begonnen, sich neuen Herausforderungen zu stellen.
- In der 5. Reihe entwickelt sich die Fähigkeit zu neuen, kreativen Lösungen, zum Schöpferischen Handeln, zum Erbringen außergewöhnlicher Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Sport entwickelt.
- Stadium 1: Unfähigkeit bezüglich der Aufgabe: Rubidium muss sich in Bezug auf originelle, neue Lösungen für Probleme gänzlich auf Hilfe von außen verlassen.
- Stadium 2: Abhängigkeit von Unterstützung: Strontium ist nicht mehr ganz so abhängig von anderen, aber es verlangt nach Führung und Anleitung, kann die Aufgaben noch nciht allein lösen.
- Stadium 3: Schwanken bezüglich der Richtung: Yttrium schwankt, welcher kreativen Aufgabe es sich zuwenden soll: soll ich Geige oder doch lieber Cello lernen? Aber eigentlich würde ich gern Schauspielerin sein.
- Stadium 4: Entschluss und Beginn: Zirkonium Entschließt sich, eine Herausforderung anzunehmen, sich auf etwas Konkretes einzulassen.
- Stadium 5: Zweifel: Niobium Zweifel an seiner Entscheidung: habe ich die richtige Herausforderung gewählt? Habe ich das Richtige begonnen?
- Stadium 6: Sich der Herausforderung stellen: Molybden muss sich nun in seiner Kreativität beweisen: nun muss er sein Können erstmals auf der Bühne zeigen.
- Stadium 7: Sich verbessern: Technetium, ein instabiles, radioaktives Element. Es geht um einen Widerspruch: wie kann man Kreativität üben?
- Stadium 8: Durchsetzen, durchhalten: Rutenium: Die neuen Ideen müssen sich gegen Widerstände durchsetzen und behaupten. Es erfordert viel Kraft und Durchhaltevermögen, sich nicht durch die Hindernisse entmutigen zu lassen. Aber das Selbstvertrauen in die eigenen Kräfte ist bereits vorhanden.
- Stadium 9: Letzte Unsicherheiten: Rhodium: Reicht es zum Siegen, oder werde ich ewiger zweiter bleiben? Fehlt mir doch das letzte Quäntchen, um an die Spitze zu kommen?
- Stadium 10: Erfüllung und Höhepunkt: Palladium: Ich weiß, dass ich in meiner Kunst/Wissenschaft/Sport die Beste bin. Ich kann es mit allen aufnehmen.
- Stadium 11: Oben bleiben: Silber: An die Spitze kommen, ist eine Sache, aber die Spitze auch halten, ist viel schwieriger. Ich muss jeden Abend die volle Leistung bringen, in jedem Seminar die Zuhörer wieder überzeugen, bei jedem Wettkampf meine volle Leistung abrufen können.
- Stadium 12: unter Dauerbeschuss: Cadmium: Ich muss über meine Grenzen gehen, damit ich mich noch an der Spitze halten kann. Das werde ich nicht lange durchhalten.
- Stadium 13: Ich werde zurückfallen: Indium: Merkt, dass andere mehr Applaus bekommen, dass er nicht mehr am obersten Treppchen bei der Siegerehrung steht. Es ist absehbar, dass sich das Publikum anderen, besseren, interessanteren zuwenden wird.
- Stadium 14: Der Schaden ist eingetreten: Zinn: Ich hatte eine schlechte Saison, bin weit hinter meine höchsten Leistungen zurückgefallen. Kann ich mcih noch einmal an die Spitze zurückkämpfen?
- Stadium 15: Verlust: Antimon: Mit Wehmut denke ich an vergangen Größe zurück und merke, dass ich den größten Teil meiner Kreativität verloren habe. Wird mir wenigstens ein Rest bleiben?
- Stadium 16: Erinnerung: Tellur: Auch der letzte Rest an Erneuerungskraft und Kreativität ist nun verloren gegangen. Mir bleibt nur mehr die Erinnerung
- Stadium 17: Abschied: Jod: Ich muss mich gänzlich von der Welt, der ich so lange angehört habe, der Kunst, dem Sport, der Wissenschaft, der außergewöhnlichen, originellen und kreativen Leistungen, verabschieden. Sie ist nur mehr eine beengende Last für mich.
- Stadium 18: Ausruhen Xenon ist als Edelgas gesättigt von der der abgeschlossenen Entwicklungsstufe, sieht sie klar, hat aber noch nicht begonnen, sich neuen Herausforderungen zu stellen.
- In der 6. Reihe ist die Herausforderung die Verantwortungsübernahme: Meine Entscheidungen betreffen mich und andere, die von diesen Entscheidungen abhängig sind. Ich habe Entscheidungsgewalt, Macht und Einfluss und muss damit verantwortungsvoll umgehen. Ich muss die Schwere dieser Last aushalten und ertragen können, ohne mich von ihr erdrücken zu lassen. Die Elemente dieser Reihe gehören zu den schwersten und dichtesten des Periodensystems, sie können enorme Belastungen aushalten.
- Stadium 1: Unfähigkeit bezüglich der Aufgabe: Caesium: Das Thema der Verantwortungsübernahme kündigt sich an, aber ich bin noch vollkommen unvorbereitet und unfähig, sie zu tragen, weder für mich, noch für andere. ich bin ganz auf andere angewiesen.
- Stadium 2: Abhängigkeit von Unterstützung: Barium möchte bereits selbst Verantwortung für sich und andere übernehmen, kann es aber noch nicht, wenn es zu Belastungen kommt. Dann braucht es Hilfe und Unterstützung.
- Stadium 3: Schwanken bezüglich der Richtung: Lanthan ist das erste Element der sogenannten Lanthaniden oder seltenen Erden, die alle relativ ähnliche Eigenschaften haben und die gleiche Anzahl von Elektronen in der äußersten Schale. Sukzessive werden innere Schalen aufgefüllt. Der innere Entwicklungsprozess, der damit einher geht, ist ein sich bereit Machen für die Verantwortungsübernahme, eine Zunahme der eigenen Fähigkeiten und Kompetenz. Äußerlich ist man hier noch nicht wirklich bereit dazu, sondern fühlt sich unsicher bezüglich der Aufgabe und der Fähigkeit, sie zu bewältigen.
- Stadium 4: Entschluss und Beginn: Hafnium: Hat diesen inneren Prozess so weit abgeschlossen, dass es sich zu einer konkreten Aufgabe entschließt.
- Stadium 5: Zweifel: Tantalum zweifelt an seiner Entscheidung: habe ich die richtige Herausforderung gewählt? Habe ich das Richtige begonnen?
- Stadium 6: Sich der Herausforderung stellen: Wolfram: Es gibt keinen Weg zurück mehr. Nun muss ich mich der Feuerprobe stellen. Ich bin jetzt stark genug, sie zu bestehen. Ich kann allein Verantwortung übernehmen und muss es auch.
- Stadium 7: Sich verbessern: Rhenium: Ich weiß, dass ich es grundsätzlich kann, aber es gibt noch so viel zu verbessern. Ich brauche Feedback und Kritik, um mich weiter entwickeln zu können.
- Stadium 8: Durchsetzen, durchhalten: Osmium: Ich sehe genau, was notwendig ist, um diese schwierige Situation zu meistern. Da kann ich keine Rücksicht nehmen auf Widerstände oder Einwände. Es muss getan werden, was getan werden muss, und ich werde das durchkämpfen bis zum Schluss.
- Stadium 9: Letzte Unsicherheiten: Iridium: Nach so vielen Bewährungsproben bin ich eigentlich bereit, ganz an die Spitze der Leitungshierarchie zu kommen. Eigentlich... aber es bleiben letzte Zweifel.
- Stadium 10: Erfüllung und Höhepunkt: Platin: Ich fühle, dass es ganz selbstverständlich ist, dass ich die Leitung an der Spitze übernehme. Niemand wäre besser dafür geeignet.
- Stadium 11: Oben bleiben: Gold: Niemand stellt meine Macht in Frage, aber ich muss ihr jeden Tag gerecht werden. Nur, wenn ich sie verantwortungsvoll nütze, zum Besten des Ganzen, werde ich weiter anerkannt bleiben und alle überstrahlen können. Jede zusätzliche Verantwortung wird zu einer Belastung.
- Stadium 12: unter Dauerbeschuss: Quecksilber: Nicht mehr alle, denen ich vorstehe, sind zufrieden. Der Funke der Revolution könnte jeden Moment losbrechen und mich von meiner Position hinwegfegen. Ich muss sehr wachsam sein.
- Stadium 13: Ich werde zurückfallen: Thalium: Die Angriffe auf meine Position werden stärker. ich spüre, dass ich mich nicht auf Dauer halten werde können. Wie lange noch?
- Stadium 14: Der Schaden ist eingetreten: Blei: Nun ist es sicher: man plant einen Anschlag auf mich, um mich von der Macht zu entfernen. Ich habe keinen Rückhalt mehr.
- Stadium 15: Verlust: Wismut: Ich habe nur mehr formale Macht. Das wirkliche Machtzentrum liegt jetzt wo anders, wird von anderen Menschen ausgefüllt. Bald werde ich auch den letzten Schein von Macht verlieren. Ich klammere mich verzweifelt an.
- Stadium 16: Erinnerung: Pollonium: Es ist so weit. Ich stehe auf dem Abstellgleis. Es bleibt nur mehr die Erinnerung.
- Stadium 17: Abschied: Astat: Alles ist zerfallen, ich löse mich vollständig von diesem Thema der Macht und Verantwortung ab.
- Stadium 18: Ausruhen Radon ist ein radioaktives Edelgas, das in Heilstollen vorkommt. Es bahnt sich eine neue Entwicklungsstufe an, aber sie ist noch nicht in Erscheinung getreten.
- Die 7. Reihe besteht wie die letzten Elemente der 6. Reihe aus radioaktiven Elementen. Sie sind nicht stabil, sondern zerfallen in Strahlung, die teils aus Helium-Kernen (Alpha-Strahlung), teils aus Elektronen und Positronen (Beta-Strahlung), und teils aus Photonen (Gamma-Strahlung) besteht. Die Elemente dieser Reihe sind noch sehr wenig erforscht, und werden selten angewendet. Es scheint so zu sein, dass es noch sehr wenige Menschen gibt, die diese Entwicklungsstufe verwirklicht haben. Am ehesten könnten es Menschen mit besonderen Fähigkeiten sein, die es ihnen ermöglicht, Energie direkt auf andere Menschen zu übertragen, wie man es von sogenannten Shaktipat Gurus kennt. Es scheint sich in dieser Reihe der Kreis mit der ersten Reihe zu schließen, da die schweren Elemente in leichtere, stabilere und in Heliumkerne zerfallen.
- Interessant ist auch die Reihe 6.a der Lanthanide oder seltenen Erden, einer Gruppe von Elementen mit relativ ähnlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften, die zur 6. Reihe gehören. Die ähnlichen Eigenschaften erklären sich dadurch, dass es in dieser Reihe zu einem Auffüllen von tiefer liegenden Schalen kommt, während die oberste nicht verändert wird. Entwicklungspsychologisch geht es darum, Unvollständigkeiten und Schwächen in tieferen Bereichen aufzufüllen, um sich für die Aufgabe der Verantwortungsübernahme bereit zu machen. Es geht um Autonomie und Unabhängigkeit, um die Arbeit an sich selbst. Wir könnten diese Arbeit an sich selbst auch als Regression im Dienste der Entwicklung beschreiben, denn es stehen dann nicht die Themen der 6. Reihe wie Verantwortung, Führung von und Macht über andere im Mittelpunkt, sondern eher die Macht und Verantwortung über und für sich selbst, die sich schließlich zu Autonomie und Integrität entwickelt. Die verschiedenen Stufen in dieser Entwicklung folgen den weiter oben beschriebenen Stadien. Das Wesen der Lanthaniden wurde von Jan Scholten erforscht.
Beziehung zwischen innen und außen
Es ist faszinierend, wie Entwicklungspsychologie und materielles Universum ineinandergreifen. Wenn man sich mit homöopathischen Arzneimittelbildern beschäftigt, kann man nicht umhin, zu staunen, wie schlüssig die verschiedenen Zuordnungen sind, die ich oben dargestellt habe. Wir finden in den Elementen der 4. Reihe, wenn wir sie als homöopathische Arzneimittel betrachten, viele Bezüge zu Berufen wie Polizist, Soldat, Anwalt, also Berufen, die die allgemeine Ordnung und Normen vertreten, aber kaum Themen, die die Kunst und Wissenschaft betreffen. Auch die allgemeine Verwendung von Eisen, Molybden, Kickel, Chrom etc. betrifft viel eher Gegenstände des täglichen Gebrauchs, Stahlerzeugung, Maschinen, etc. als die Verwendung als Schmuck, Zierde oder Kunstgegenstand.
Anders die 5. Reihe, die sogenannte Silberserie Sprichworte wie "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold", "sie hat eine silberhelle Stimme", "wie ein Silberglöckchen", lassen Beziehungen zu Sprache und künstlerischem Ausdruck erkennen. Ein bekanntes Londoner Konzerthaus heißt nicht umsonst Palladium, und nicht etwa Mercurium oder Ferrum, der Name bezieht sich auf das zentralste Element der 5. Reihe, den Gipfel der kreativen und performativen Fähigkeiten.
Das zentrale Element der 6. Reihe oder Goldserie ist das Gold, das schon immer Symbol für Unvergänglichkeit, Glanz und Herrschertum war. Zusammen mit Platin das edelste Metall. Nur Könige konnten sich damit schmücken und dadurch ihre Macht demonstrieren. Interessant scheinen mir auch Details zu sein, wie ein spezifischer Traum in der Blei-Arzneimittelprüfung, bei dem der Proband Angst vor einem Attentat hat. Ein Bauer wird kaum Angst vor einem Attentat haben, ein Herrscher schon. Die Stellung des Elementes Blei in der 14. Spalte haben wir kennengelernt als auf dem absteigenden Ast befindlich. Ein Mensch, der Bezug zu dieser Entwicklungsstufe hat, muss ernsthaft um das Bestehen seiner Machtposition fürchten, dass Attentate gegen ihn geplant werden. Er wird versuchen, sich abzuschirmen. Blei ist bekannt als abschirmendes Mittel gegen hochenergetische Strahlung wie Röntgenstrahlen.
Möglicherweise ist manches an diesen Verbindungen und Assoziationen konstruiert, doch scheint es mir erstaunlich, dass in den Arzneimittelprüfungen so viele Übereinstimmungen mit diesen "Konstruktionen" - so sie welche sind - zu finden sind. Es scheint doch auch tiefere Verbindungen zwischen inneren und äußeren Eigenschaften von Substanzen zu geben, als wir gemeinhin anzunehmen geneigt sind. Es ist das Verdienst der Homöopathie, diese Verbindungen zwischen inneren und äußeren Eigenschaften, das heißt, zwischen linken und rechten Quadranten des integralen Schemas sukzessive aufzudecken und zu erforschen. Zukünftigen Generationen wird es vorbehalten sein, dieses Verdienst auch entsprechend zu würdigen.
Beziehung zwischen homöopathischen und anderen menschlichen Entwicklungsreihen
Aufgrund seiner inneren Schlüssigkeit hat sich in der Homöopathie das Periodensystem als Bezugsrahmen für menschliche Entwicklung weitgehend durchgesetzt. Daneben gibt es noch die Pflanzensystematiken und die Tiersystematiken, die wiederum mit der menschlichen Entwiklung in Beziehung gesetzt werden. Da es aber nur eine menschliche Entwicklung gibt, muss es folglich auch Beziehungen zwischen den Entwicklungsreihen der verschiedenen Naturreiche geben.
Die Frage ist, ob es ein allgemein gültiges Entwicklungsschema für alle Menschen gibt, oder ob die menschliche Entwicklung so kontextbezogen ist, dass sich Entwicklungsreihen in verschiedenen Zeiten, Weltgegenden und Kulturen nicht miteinander vergleiche lassen. Aus homöopathischer Sicht scheint mir klar hervorzugehen, dass menschliche Entwicklung nicht so stark kulturell und kontextuell bedingt ist, dass sich keine allgemeinen Entwicklungsschemata ableiten lassen. Die gleichen Gesetzmäßigkeiten scheinen, zumindest in einer entwicklungsbezogenen Homöopathie, auf allen Kontinenten und in allen Kulturen zu gelten, wenn die Erforschung der Eigenart eines Menschen wirklich bis zu dessen Individualität und eigenen Ausdruck fortschreitet, und die kulturellen Überformungen transzendiert. Dies ist unter anderem Sinn und Zweck der homöopthischen Anamnesetechnik. Die Homöopathie setzt also vor allem die in Jahrtausenden entwickelte menschliche Natur zu der in Jahrmillionen entwickelten äußeren Natur in Beziehung und versucht bewusst, die hinter den kulturellen und sozialen Einflüssen wahrnehmbare menschliche Individualität zu erfassen. In diesem Sinn ist die Homöopathie hauptsächlich eine Medizin der beiden oberen Quadranten: individuelles Inneres und individuelles Äußeres vor allem in seiner selbstregulatorischen Potenz.
Meist beginnen menschliche Entwicklungsreihen mit der Geburt. Zeugung und vorgeburtliche Entwicklung sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, meist nicht Gegenstand der Forschung. Zu diesen Ausnahmen gehören Otto Rank und Stanislav Grof, die beide das Geburtstraume intensiv erforscht haben. Wir finden in der 2. Reihe des Periodensystems eine Entsprechung zu dieser Entwicklungsphase.
Eine einfache Einteilung von Entwicklung kann in die Stufen: präkonventionell, konventionell und postkonventionell erfolgen. Wir können die erste bis zur 3. Reihe als präkonventionell bezeichnen, die vierte Reihe als konventionell und die 5. bis 7. Reihe als postkonventionell.
In der ersten Reihe geht es um das Herausbilden eines Entwicklungszentrums, einer eigenen Existenz. Sie schält sich mit der Zeugung aus der All-Einheit heraus und ist noch schwach und unsicher. "Existiere ich oder existiere ich nicht?" In der 2. Reihe ist das Zentrum der eigene Körper, die Entwicklung ist egozentrisch. In der 3. Reihe geht es um das eigene Selbstbild, die engere Umgebung, Familie und Freunde, man ist egozentrisch bis soziozentrisch. In der 4. Reihe sind es die Normen der eigenen Gruppe, also wiederum eine soziozentrische Entwicklungsstufe, aber mit einem Schwerpunkt weniger auf Gruppenzugehörigkeit als auf normatives Erleben. Diese Normen werden in der 5. Reihe kreativ erweitert und überschritten, in Richtung auf ideelle Verbindungen und weltzentrische Haltungen. In der 6. Reihe ist man selbst Herr über die Normen und erhält einen gottgleichen Status, oder zumindest ist man keiner äußeren Macht mehr verantwortlich. In geglückter Form finden wir hier Kosmozentrizität und Verantwortung für das Ganze.
Wir können die Reihen auch mit den Farben und Stadien von Spiral Dynamics und Ken Wilber in Verbindung setzen:
Abbildung 6: Beziehungen zwischen Periodensystem, Wilber, Spiral Dynamics
Die höheren, transpersonalen Entwicklungsstufen habe ich in dieses Raster vorerst nicht einbezogen. Ich behandle diese Stufen in Spirituelle Entwicklung und in dem Beitrag zu Körper-Energien.
Das Periodensystem für sich genommen ist ein zweidimensionales Raster, das Entwicklungsebenen oder -Stufen (Reihen) und Entwicklungsstadien (Spalten) kennt. Es bildet Entwicklungsstadien als Translation, also als eine fortschreitende Entwicklung innerhalb einer Ebene bzw. eines Themas und als Transformation, also Übergänge zwischen verschiedenen Entwicklungsebenen bzw. -Themen differenziert ab, während andere Entwicklungsschemata translative Entwicklung wenig bis gar nicht differenziert darstellen.
Ein weiterer Vorteil des Periodensystems als differenziertes Entwicklungsraster ist der weiter oben bereits angesprochene holarchische Aufbau der Atome: Erst nach Integration und Bewältigung einer Entwicklungsaufgabe, das heißt in der Sprache der Atome, der Vervollständigung einer Elektronenschale, kann zu der nächsten Entwicklungsaufgabe übergegangen werden, die auf den vorherigen aufbaut. Die Ausnahme aber auch Bestärkung dieses Befundes bilden die Lanthaniden, die niedrigere Elektronenorbits auffüllen, bevor sie sich der eigentlichen Aufgabe ihrer Reihe zuwenden können. Ich habe bildhafte Darstellungen der Elektronenhüllen der Elemente in diese Arbeit eingefügt, um die holarchische Struktur der Entwicklung, die für den Menschen gilt, auf atomarer Ebene zu veranschaulichen.
Elemente eines integralen Weltbildes:
- Die 4 Quadranten und 8 Zonen des Wirklichen
- Die Ebenen oder Wellen der Entwicklung - die natürliche Reihenfolge der Entwicklung
- Spirituelle Entwicklung - Eine Annäherung
- Die Körper-Energien - unser physischer Körper ist nicht unser einziger Körper
- Die Entwicklungslinien - multiple Intelligenzen
- Die Bewusstseinszustände - natürliche, geschulte und außergewöhnliche Bewusstseinszustände
- Das Selbstsystem - wer macht eine Erfahrung?
- Holarchien - zugleich Ganzes und Teil sein
- Typen oder Typologien - qualitative Unterschiede auf gleichen Ebenen
- Prozess und Struktur - die Welt kann als ein pulsierender Prozess oder als bleibende Struktur beschrieben werden
- Verallgemeinerte Quantentheorie - ein möglicher Erklärungsansatz